Schutzzeichen Rotes Kreuz

Schutzzeichen Roter Halbmond

Schutzzeichen Roter Kristall

Schutzzeichen für Zivilschutz

Schutzzeichen der UN

Schutzzeichen für Kulturgut

Genfer Rotkreuzabkommen

Aus der Gründung des Roten Kreuzes entwickelte sich das erste Genfer Rotkreuzabkommen, das die Idee von Henry Dunant zu einer sichtbaren, segenreichen Tat werden ließ.

Insgesamt gibt es bis heute vier Genfer Rotkreuzabkommen:

  • Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde (1864)
  • Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der Streitkräfte zur See (1899 / 1907)
  • Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen (1929)
  • Abkommen zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (1949)

Auch heute steht die Entwicklung dieses humanitären Werkes nicht still. Die Abkommen bedürfen gerade im Hinblick auf den Schutz der Zivilbevölkerung der ständigen Fortentwicklung.

Durch die Beschlüsse der Diplomatischen Konferenz 1977 in Genf wurden die vier Genfer Rotkreuzabkommen von 1949 um zwei Zusatzprotokolle und 2005 um ein drittes erweitert.

Die Zusatzprotokolle zu den Genfer Rotkreuzabkommen haben zum Inhalt:

  • den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte(Zusatzprotokoll I)
  • den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte(Zusatzprotokoll II)
  • den Schutz der Helfer

 

I. Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde

Dieses Abkommen verbietet den Kriegsführenden, Verwundete zu misshandeln oder zu töten, und verpflichtet sie, ihnen zu helfen. Einrichtungen, die der Pflege der Verwundeten oder Kranken dienen, dürfen nicht angegriffen oder zerstört werden. Ärzte und Pflegepersonal genießen gleichfalls internationalen Schutz. Zivilpersonen dürfen ungehindert Verwundete pflegen. Das Zeichen dieses Schutzes ist das rote Kreuz auf weißem Grund, das nicht missbräuchlich verwendet werden darf.

II. Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der Streitkräfte zur See

Durch dieses Abkommen sind Verwundete und Schiffbrüchige im Seekrieg geschützt. Jeder Angriff auf ihr Leben und jegliche Schädigung ihrer Person ist verboten. Sie müssen geborgen und gepflegt werden. Rettungsboote und Lazarettschiffe sowie deren Personal und Material sind wie Feldlazarette und Krankentransportfahrzeuge geschützt. Die kriegsführenden Mächte müssen die gefangen genommenen verwundeten, kranken oder schiffbrüchigen Angehörigen der feindlichen Mächte wie ihre eigenen behandeln.

III. Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen

Kriegsgefangene dürfen nicht beleidigt, misshandelt oder getötet werden. Sie stehen unter dem Schutz des Roten Kreuzes. Die Gewahrsamsmacht muss sie so verpflegen und betreuen wie ihre eigene Truppe. Die Kriegsgefangenen dürfen ihre Familien benachrichtigen sowie Post- und Geschenksendungen empfangen; persönliches Eigentum wird ihnen belassen. Sie dürfen nur unter bestimmten Bedingungen und gegen Entgelt zur Arbeit angehalten werden. Schwer verwundete Kriegsgefangene müssen nach Hause geschickt werden. Nach Kriegsende sind alle Gefangenen ohne Verzögerung in die Heimat zu entlassen. Zur Vermittlung von persönlichen Nachrichten wird eine Zentralstelle beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Genf eingerichtet.

IV. Abkommen zum Schutze der Zivilpersonen in Kriegszeiten

Die Kriegsführenden verpflichten sich, alle nicht an den Feindseligkeiten beteiligten Personen zu schützen. Vor allem ist es verboten, Menschen zu foltern, grausam oder entehrend zu behandeln oder ohne rechtmäßig ergangenes Urteil hinzurichten. Kranke müssen wie verwundete Soldaten geschützt werden. Zivilisten im Feindesland haben ein Recht auf Heimkehr. Die Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten soll ihr gewohntes Leben fortsetzen können. Die Menschen dürfen nicht verschleppt oder umgesiedelt, Jugendliche unter 18 Jahren nicht zur Arbeit verpflichtet, für Frauen, Kinder und Greise können Schutzzonen eingerichtet werden. Die Besatzungsmacht muss die im bestehenden Land existierende Rotkreuz-Gesellschaft schützen und darf sie an ihrer Tätigkeit nicht hindern.

Die zwei Zusatzprotokolle von 1977 und das III. Zusatzprotokoll von 2005 erweitern die Genfer Abkommen.

Das erste befasst sich mit internationalen Konflikten, das zweite mit nicht internationalen. Das dritte führt ein neues Schutzzeichen, den roten Kristall, ein. Sie legen u. a. fest, die Persönlichkeit des Menschen, seine Ehre, Sitten und religiösen Überzeugungen, sowie die Rechte der Familie zu respektieren, grausame Behandlungen, Vernichtungen, Folterungen, Hinrichtungen ohne ordentliche Gerichtsverfahren, Verschleppungen, Plünderungen, Gewalttätigkeiten jeder Art und ungerechtfertigte Zerstörung von privatem Eigentum zu untersagen.

Das zweite Zusatzprotokoll erweitert den gemeinsamen Artikel 3 der Genfer Abkommen (nicht internationale bewaffnete Konflikte) durch ausführliche Schutzbestimmungen zugunsten von Zivilbevölkerung, Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen. Der Artikel 3, der in allen vier Genfer Abkommen gleichlautend formuliert ist, fasst die humanitären Mindestanforderungen für alle bewaffneten Konflikte zusammen: Im Falle eines bewaffneten Konflikts, der keinen internationalen Charakter hat und auf dem Gebiet einer der Hohen Vertragsparteien entsteht, ist jede der am Konflikt beteiligten Parteien gehalten, mindestens die folgenden Bestimmungen anzuwenden:

1. Zusatzprotokoll

Personen, die nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Mitglieder der Streitkräfte, welche die Waffen gestreckt haben, und der Personen, die durch Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder irgendeine andere Ursache außer Kampf gesetzt sind, werden unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt, ohne jede auf Rasse, Farbe, Religion oder Glauben, Geschlecht, Geburt oder Vermögen oder irgendeinem anderen ähnlichen Unterscheidungsmerkmal beruhende Benachteiligung. Zu diesem Zweck sind und bleiben in Bezug auf die oben erwähnten Personen jederzeit und überall verboten:

a) Angriffe auf das Leben und die Person, namentlich mit Tötung jeder Art, Verstümmelung, grausame Behandlung und Folterung;

b) das Festnehmen von Geiseln;

c) Beeinträchtigung der persönlichen Würde, namentlich erniedrigende und entwürdigende Behandlung;

d) Verurteilungen und Hinrichtungen ohne vorhergehendes Urteil eines ordentlich bestellten Gerichtes, das die von den zivilisierten Völkern als unerlässlich anerkannten Rechtsgarantien bietet.

2. Zusatzprotokoll

Die Verwundeten und Kranken werden geborgen und gepflegt. Eine unparteiische humanitäre Organisation, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, kann den am Konflikt beteiligten Parteien ihre Dienste anbieten. Die am Konflikt beteiligten Parteien werden sich andererseits bemühen, durch Sondervereinbarungen auch die anderen Bestimmungen des vorliegenden Abkommens ganz oder teilweise in Kraft zu setzen. Die Anwendung der vorstehenden Bestimmungen hat auf die Rechtsstellung der am Konflikt beteiligten Parteien keinen Einfluss.

3. Zusatzprotokoll

Das Rote Kreuz schützt in Kriegszeiten Helfer, Opfer und militärische Sanitätsdienste. Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond sind in den Genfer Konventionen als Schutzzeichen festgeschrieben. Im Dezember 2005 haben die 192 Mitgliedsstaaten der Genfer Konventionen ein drittes Zusatzprotokoll beschlossen und damit auch den Roten Kristall völkerrechtlich anerkannt.

Weitere Informationen zum Humanitären Völkerrecht

Die Embleme der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

Die Embleme der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmbondbewegung haben eine zweifache Funktion.

Zum einen dienen sie als Schutzzeichen, um Personal und Einrichtungen der Bewegung sowie der Sanitätsdienste der Streitkräfte im Falle eines bewaffneten Konflikts nach den Regeln des humanitären Völkerrechts zu schützen.

Zum anderen werden sie als Kennzeichen verwendet, um bestimmte Personen oder Gegenstände als einer Komponente der Bewegung zugehörig zu bezeichnen. zu letzteren zählen das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie die inzwischen 186 anerkannten nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.

Durch die Genfer Abkommen von 1949 waren zunächst drei Embleme völkerrechtlich anerkannt: Das Rote Kreuz, der Rote Halbmond und der Rote Löwe mit Sonne. Das Rote Kreuz auf weißem Hintergrund wurde 1864 mit der Ersten Genfer Konvention als Schutzzeichen definiert - in schlichter Umkehrung der Schweizer Flaggenfarben.

Bereits seit 1876 wurde ein zweites Zeichen, der Rote Halbmond, durch das osmanische Reich verwendet, um die eigenen Sanitätsdienste im Krieg gegen Russland zu identifizieren. Dieses Emblem wurde - ebenso wie der Rote Löwe mit Sonne - durch die Genfer Konfention zum Schutz von Verwundeten und Kranken der Landstreitkräfte von 1929 als Schutzzeichen anerkannt.

Der Rote Löwe mit Sonne wurde nur vom Iran bis zum Jahr 1980 verwendet. Der Iran entschied sich danach für die Nutzung des Roten Halbmondes, behielt sich jedoch das Recht vor, ggf. wieder auf der Roten Löwen mit Sonne zurückgreifen zu können.

Mit der Verabschiedung des Dritten Zusaatzprotokolls zu den Genfer Abkommen im Jahre 2005 wurde der Rote Kristall als weiteres Schutzzeichen anerkannt.