IKRK in Genf

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung setzt sich aus dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (Internationale Föderation) und zur Zeit 186 anerkannte Nationalen Gesellschaften zusammen und ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Sie hat nahezu hundert Millionen freiwillige Helfer und 300.000 hauptberufliche Mitarbeiter.

Ins Leben gerufen wurde Sie von Henry Dunant, der 1859 im italienischen Solferino miterlebte, wie Tausende verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld zurückgelassen und dem Tod ausgeliefert wurden. Der Schweizer Geschäftsmann mobilisierte die Bevölkerung zu helfen - unabhängig davon, auf welcher Seite die Opfer gekämpft hatten. Fünf Jahre später wurde die erste Genfer Konvention zur "Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde" von zwölf Staaten unterzeichnet. Das rote Kreuz auf weißem Grund wurde offizielles Schutzzeichen.

Das IKRK war bereits 1863 gegründet worden. Es hat seither seinen Sitz in Genf und erfüllt mit rund 80 Delegationen den völkerrechtlichen Auftrag, sich weltweit für den Schutz der Opfer in bewaffneten Konflikten einzusetzen. Auf Grundlage der Genfer Abkommen besucht es außerdem weltweit Gefangene und organisiert einen zentralen Suchdienst.

1919 wurde die Internationale Föderation als Dachverband der Nationalen Gesellschaften gegründet. Sie koordiniert insbesondere Hilfseinsätze nach Naturkatastrophen. Auch die Entwicklungszusammenarbeit zählt zu ihren Aufgaben.

Die einzelnen Mandate und die Zusammenarbeit innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung werden im Wesentlichen durch ihre Statuten geregelt. Darüber hinaus gibt es aber auch gesonderte Abkommen zur internationalen Zusammenarbeit, insbesondere die Vereinbarung von Sevilla von 1997 und ihre Zusatzmaßnahme von 2005.

Oberstes beschlussfassendes Gremium der Bewegung ist die Internationale Rotkreuz-/Rothalbmondkonferenz. Sie wird in der Regel alle vier Jahre durchgeführt und vereint die Nationalen Gesellschaften, die Internationale Föderation und das IKRK sowie alle Vertragsstaaten der Genfer Abkommen.

Die Generalversammlung der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie der Delegiertenrat sind wetere wichtige Gremien der Bewegung und tagen in der Regel alle zwei Jahre.