Notfallsanitäterausbildung

Ein neues Berufsbild im Rettungsdienst: Notfallsanitäter/-in

Mit dem 1. Januar 2014 ist das NotSanG (Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters) in Kraft und löst somit das Rettungsassistentengesetz ab.

Zu den Hauptaufgaben der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters zählen u. a. das Erkennen und Abwenden von Gefahren an der Einsatzstelle, die gesundheitliche Beurteilung eines Notfallpatienten, die Einleitung und Durchführung geeigneter und vom Ärztlichen Leiter freigegebener Maßnahmen zur Herstellung und Sicherung der Transportfähigkeit von Notfallpatienten, die Überwachung von kritischen Patienten während des Transports, die Assistenz den Notarztes und die Durchführung delegierbarer Maßnahmen bei der Behandlung von Notfallpatienten.

Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter haben zukünftig die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst.

Wer führt die Ausbildung durch?

Der schulische und praktische Unterricht findet an staatlich anerkannten Rettungsdienstschulen statt. Die praktische Ausbildung wird einerseits auf anerkannten Lehrrettungswachen und andererseits in geeigneten Krankenhäusern durchgeführt.

Ausbildungsträger ist der jeweilige Rettungsdienst. Die Rettungsdienstschule hat grundsätzlich die Gesamtverantwortung für die Ausbildung.

Ausbildungsverlauf

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter untergliedert sich folgendermaßen:

  • Theoretisch / praktischer Unterricht, 1.920 Std.
  • Praktische Ausbildung in geeigneten Krankenhäusern, 720 Std.
  • Praktische Ausbildung auf einer anerkannten Lehrrettungswache, 1.960 Std.

Weiterqualifizierung für Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen

Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen können auf den u. g. Wegen die Qualifikation zum Notfallsanitäter erwerben:

  • Notfallsanitäterprüfung ohne vorherige Nachschulung

Grundsätzlich kann jeder Rettungsassistent sofort die "Notfallsanitätervollprüfung" -ohne eine Ergänzungsausbildung (gem. § 32 NotSanG)- ablegen. Bei dieser Regelung ist es unabhängig wie lange der Rettungsassistent die Tätigkeit ausübt. Die Prüfung unterscheidet sich im Vergleich zur staatlichen Ergänzungsprüfung für Rettungsassistentinnen bzw. Rettungsassistenten mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung durch zusätzliche 3 schriftlichen Prüfungen (120 Minuten) und einer Reanimationsprüfung in der praktischen Prüfung.

  • Ergänzungsprüfung mit vorheriger Nachschulung

Als geeigneter Weg empfiehlt sich jedoch eine ergänzende Ausbildung zum Notfallsanitäter. Die verschiedenen Fallgruppen richten sich nach der Berufserfahrung als Rettungsassistent bis zur Antragsstellung auf Prüfungszulassung.

Fallgruppe 1:

Berufserfahrung von mehr als 5 Jahren (oder 1.350 Einsätze in der Notfallrettung*) - keine weitere Ausbildung erforderlich, jedoch wird ein 2-wöchiger Anpassungslehrgang dringend empfohlen.

Fallgruppe 2:

Berufserfahrung von mindestens 3 Jahren (oder 810 nachgewiesene Einätze in der Notfallrettung*) - Teilnahme an einer weiteren Ausbildung von 480 Stunden.

Fallgruppe 3:

Berufserfahrung von weniger als 3 Jahren (oder weniger als 810 nachgewiesene Einätze in der Notfallrettung*) - Teilnahme an einer weiteren Ausbildung von 960 Stunden

* Prüfung der Gleichwertigkeit durch die zuständige Behörde im Einzelfall

Ergänzungsprüfung

Sie besteht aus einem praktischen Teil (2 Fallbeispiele aus den Bereichen traumatischer und internistischer/neurologischer Notfälle als Teamleiter in max. 40 min) und einem mündlichen Teil über max. 40 min). Diese Prüfung wird nicht benotet, es gibt nur "bestanden" oder "nicht bestanden" und kann max. 1 Mal wiederholt werden, wobei die praktischen Fallbeispiele einzeln bewertet und wiederholt werden können.